Kaffee in die Tasse, gemütliche Hose angezogen, Handy lautlos – aber in Reichweite, für den Fall des Falles, der niemals eintritt. Enter, Passwort-Eingabe, Desktop.

Doppelklick auf Word, dicht gefolgt von Chrome und den Bookmarks. Gedanken sortieren, Thema überdenken, an den inspirierenden Moment gestern Nacht denken. “Wieso habe ich nicht direkt zu schreiben angefangen, als mir die Idee kam?” Biss auf die Lippe. Word ist bereit und legt sich über den Browser.

Leere.

Gleich geht es los. Zurück in den Browser. “Die Tabs der letzten Sitzung wiederherstellen?” – “Ja”

Da sind sie: Eine Playlist auf YouTube über die betrunkensten russischen Autofahrer, mein Amazon-Wunschzettel, ein mittlerweile alter Twitter-Stream, Facebook – ebenfalls nicht mehr aktuell.

F5 für alle, F5 für das Volk – wie auch immer. Bilder, Neuigkeiten, Nachrichten von alten Bekannten, nichts wichtiges.

Ich reagiere. Like, Sterne, Antworten, Scrollen nach unten. Immer weiter. Wechsel auf Twitter. Ein lustiger Tweet. Stern. Klick auf das Profil. Katzenbilder. Ich muss sie alle sehen.

Klick, Klick, Klick. Ich kenne diese Katzenrasse. Kurze Beine, Stupsnase. Wie hieß sie noch gleich?

Google im fünften Tab: “Katzenrasse kurze Beine Stupsnase”. Ein naiver Versuch. Unter die Suchergebnisse (6.600 Ergebnisse in 0.60 Sekunden) schummelt sich ein Video auf Platz 1.

“Cute cats jumping around.”

Süße Katzen, die auch noch springen?

Klick. Vier Minuten beobachte ich gespannt, wie ein leicht übergewichtiger Kater mit Sofakissen und Schwerkraft kämpft. Ein neues Video will sich öffnen – Nein, nicht jetzt.

Klick auf Word.

Noch immer eine leere Seite. Worüber wollte ich schreiben?

Ich schreibe eine Einleitung. Vier Sätze. Klingt nicht gut. Ein Klick auf Spotify – sollte helfen.

Auf dem Weg zu den Favoriten stolper ich bei den Musikempfehlungen über ein ansprechendes Cover. “Kill it with coffee” heißt das Album – wie verrückt! Reingehört.

Ich skippe durch sechs Lieder, lese mir währenddessen die Biographie der Band bei Wikipedia durch. Vier College-Boys, die ihre Band gründen und von einer handvoll Bands beeinflusst sind, von der ich keine einzige kenne.

Mmmh.

Eigentlich nicht schlecht. Man muss sich dran gewöhnen.

Eine Kurznachricht auf dem Handy. Ich soll zurückrufen.

Bildschirmschoner an. “Läuft mir ja nicht davon!”